IGFM-Menschenrechtspreis 2007 geht an: Ständerat Dick Marty, Lugano, TI

Ständerat Dick Marty, Lugano, TI

Ständerat Dick Marty, Lugano, TI

Dick Marty wurde für seine Recherchen zu illegalen Aktivitäten des US-Geheimdienstes CIA in Europa mit dem Menschenrechtspreis der IGFM-CH geehrt.

Dank Martys zwei Berichten im Auftrag des Europarats wurde ein wenig Licht auf ein trauriges Kapitel Menschenrechtsverletzungen geworfen.

Die Laudatio bei der Preisübergabe in der Französischen Kirche in Bern hielt Cornelio Sommaruga, Präsident des Internationalen Zentrums für humanitäre Minenräumung (GICHD) und ehemaliger IKRK-Präsident.

In seiner Laudatio „Gaudium magnum: habemus Dick Marty“ erinnerte der Preisträger von 1996, Dr. Cornelio Sommaruga (Genf), daran, dass die IGFM-CH „eine richtige Entscheidung im richtigen Moment“ getroffen habe, indem sie Dick Marty für seinen mutigen Einsatz als Aufklärer der CIA-Flüge in Europa den Preis zugesprochen habe. Als Vorsitzender der Kommission für Rechtsfragen und Menschenrechte der Parlamentarischen Versammlung des Europarates sei Dick Marty in seinem Element. Sein Einsatz für diese delikate und schwierige Aufgabe habe unter äusserst komplizierten Voraussetzungen stattgefunden, ohne demokratische Institutionen, ohne die Kompetenzen eines Untersuchungsrichters, ohne Zugriff auf wichtige Dokumente habe er mit einem einzigen Mitarbeiter Menschenrechtsverletzungen der Supermacht USA aufgedeckt, was ihm in ganz Europa nicht nur Freunde eingebracht habe.

Der Preisträger betonte in seiner Dankesrede, dass ihn dieser Preis sehr berühre und ehre; Einsatz für die Menschenrechte bedeute Einsamkeit. Seine Recherchen seien zu Beginn als „mission impossible“ bezeichnet worden, weil die meisten Staaten nicht bereit waren zu kooperieren. Es sei für ihn ein grosser Schock gewesen, als er feststellen musste, dass eine grosse Zahl von europäischen Regierungen gelogen und die Grundsätze der Menschenrechte unbeachtet gelassen habe. Er dankte ganz besonders dem Staatsanwalt von Mailand, der unbeirrt von staatlicher Einmischung die nötigen Untersuchungen durchgeführt und wichtige Erkenntnisse zum Schlussbericht beigetragen habe.

Dick Marty forderte Wiedergutmachung für alle Betroffenen und zitierte die „New York Times“, welche die Tatsache, dass alle Dossiers unter Verschluss gehalten werden, als Schande bezeichnete. Die einzigen Mittel, um den Terrorismus zu bekämpfen, seien die Beachtung der Gesetze und Menschenrechte, der Menschenwürde sowie der Respekt vor Minderheiten.

Quelle: Quelle

10. Dezember 2007

IGFM