IGFM Menschenrerechtspreis geht an Dr. Bernhard Müller und Loten Namling

MR-Preisträger Bernhard Müller und Loten Namling

Der Menschenrechtspreis 2015 ging an Dr. Bernhard Müller und Loten Namling – beide wurden für ihr Engagement für die Einhaltung der Menschenrechte im Tibet geehrt.

Am 12.12 waren ca. 150 Gäste bei der Menschenrechtspreisverleihung der IGFM anwesend. Herzlichen Dank an alle!

Hier einige Einblicke umrahmt von der Begrüssungsrede von Silvan Fedier, Vorstandsmitglied der IGFM Schweiz.

MR-Preis 2015 Gäste

Blick in den vollen Saal

Im Namen des Vorstands, des Präsidiums und der Geschäftsführung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Sektion Schweiz begrüsse ich an erster Stelle die diesjährigen Preisträger Dr. Bernhard Müller, mit Familie und Loten Namling, mit Begleitung und Band.

Die Laudatoren Herrn  Twerenbold mit Ehefrau, der die Laudatio auf Dr. Bernhard Müller halten wird

Und Herrn Dawa TSULTRIM vom Tibet Bureau in Genf, der offiziellen Vertretung Seiner Heiligkeit des Dalai Lama und der Tibetischen Regierung im Exil, der die Laudatio auf Loten Namling halten wird.

Die früheren MR Preisträgerinnen Marthe Gosteli und Elizabeth Neuenschwander

MR-Preis 2015 Silvan Fedier

Silvan Fedier führte durch den Anlass

Zudem begrüsse ich: Esther Gerber und Eveline Stauffer, welche die Preisverleihung durch ihre Kreativität und ihr Engagement unterstützt haben.

Ebenfalls begrüsse ich: Dodo Hunziker, den Regisseur von „Tibetan Warrior“ dem preisgekrönten Dokumentarfilm über das Engagement von Loten Namling.

Last but not least begrüsse ich SIE, alle anderen Anwesenden herzlich – Wir freuen uns sehr, dass Sie gekommen, um zwei aussergewöhnliche Menschen zu ehren.

 Tibet, auch das Dach der Welt genannt, ist ein faszinierendes Hochland in Zentralasien. Jahrhundertealte Traditionen prägen das Land sowie eine einzigartige Gesellschaft, die in Unterdrückung lebt. Die Unabhängigkeit von China wird verweigert und das internationale Interesse an der langjährigen Auseinandersetzung nimmt ab. Die Menschenrechtslage im Tibet hat sich in den vergangen Jahren kaum verändert. Seit 1949 ist Tibet widerrechtlich durch die Volksrepublik China besetzt. Das politische, kulturelle und religiöse Selbstbestimmungsrecht des tibetischen Volkes wird seither missachtet und verletzt. Langjährige Gefängnisstrafen und gravierende Menschenrechtsverletzungen wie Folter erwarten die Menschen, die sich für die Freiheit und das Recht auf Selbstbestimmung einsetzen. Viele tibetische Gefangene sind durch Folter und Misshandlungen ums Leben gekommen.

Die Grundrechte der Tibeter werden beschnitten. Tibeter besitzen z.B. keinen Reisepass und können somit nicht aus Tibet ausreisen. Sie besitzen kein Recht auf freie Meinungsäusserung. Verstösse gegen Anordnungen werden streng geahndet.

Eine der Strategien der VR China ist die gezielte Ansiedlung von Han Chinesen. Heute bilden die rund acht Millionen angesiedelten Han-Chinesen bereits die stärkste Bevölkerungsgruppe. Die sechs Millionen Tibeter sind zu einer Minderheit im eigenen Land geworden. Diese Entwicklung drängt immer mehr Tibeter aus dem Erwerbsleben und lässt sie verarmen.

Die VR China beutet die Ressourcen Tibets rücksichtslos aus und zerstört damit das ökologische Gleichgewicht der Region.

Die VR China verweigert trotz mehrer Treffen mit unterschiedlichsten Politikern und den Gesandten des Dalai Lamas weiter jeden ernsthaften Dialog. Nur mit internationaler Unterstützung kann das Tibet-Problem gewaltlos  und auf politischem Wege gelöst werden. Dieser Lösung stehen jedoch auch wirtschaftliche Interessen verschiedener Länder im Wege. Zu gross sind die wirtschaftlichen Möglichkeiten am grossen chinesischen Markt. Davon zeugt auch, das Freihandelsabkommen, das die Schweiz mit China im Jahre 2014 abgeschlossen hat.

Der Vorstand der IGFM ist der Meinung, dass nicht weggeschaut werden darf und die Missstände im Tibet angesprochen und öffentlich gemacht werden müssen.

Die Schweiz ist bis heute DAS europäische Land, das am meisten tibetische Flüchtlinge aufgenommen hat und viele Tibeter sehen heute die Schweiz als ihre zweite Heimat an. Insbesondere die Schweiz mit ihrer langen Tradition der Demokratie und Freiheit sollte dazu verpflichtet sein, sich noch entschiedener für Tibet zu engagieren, damit die Tibeter ihr legitimes Recht auf Selbstbestimmung ausüben können.

Heute werden wir zwei herausragende Persönlichkeiten ehren, die sich für das tibetische Volk in jahrelangem Einsatz unermüdlich engagiert haben. Wir möchten durch diese Preisverleihung ein klares Zeichen setzen: „Tibet. Wir lassen dich nicht sterben“ Die gleichnamige Broschüre des Autors Dr. Bernhard Müller hat die IGFM 2013 herausgegeben.

Dem Vorstand der IGFM liegt das tibetische Volk sehr am Herzen. Die Tibeter müssen im Alltag unmenschliches überstehen und ertragen, deshalb setzten sich die Vorstandsmitglieder schon seit Jahren für die Menschenrechte im Tibet ein – mit Aufklärungsarbeit bei Politikern und Institutionen und der Information der Öffentlichkeit.

Den beiden hier anwesenden Preisträgern des IGFM-Menschenrechtspreises 2015 ist dieses Vorgehen zur Sensibilisierung sicher bestens bekannt. Sie haben sich jahrelang dafür eingesetzt, dass die Probleme des tibetischen Volkes nicht in Vergessenheit geraten.  Ob durch Publikationen, direkte Gespräche, Demonstrationen oder sogar wie der kürzlich veröffentlichte Kinofilm „Tibetan Warrior“ von Dodo Hunziker.

Heute möchten wir Dr. Bernhard Müller und Loten Namling für ihren unermüdlichen Einsatz danken. Sie haben beide übermenschliches auf ihrem Weg geleistet. Dafür möchten wir sie auszeichnen.

Seit 1994 vergibt die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte Sektion Schweiz jährlich den Menschenrechtspreis an bedeutende Menschenrechtsaktivisten. An Menschen, die den Frieden und die menschliche Sicherheit unterstützen und fördern und auf Missstände in dieser Welt aufmerksam machen.

Mit der diesjährigen Preisverleihung wird bereits zum zweiten Mal die Arbeit von Menschen gewürdigt, die sich für Tibet einsetzen. Vor 15 Jahren wurde der Preis der IGFM seiner Heiligkeit dem Dalai Lama verliehen.

Wir hoffen, dass es eine weniger lange Zeitspanne benötigt, um die Menschenrechtsverletzung im Tibet zu beenden.

MR-Preis 2015 Laudator Walter Twerenbold

Die Laudatio für Dr. Bernhard Müller hielt: Walter Twerenbold

MR-Preis 2015 Bernhard Müller und Monique Schlegel

Übergabe der Urkunde an Bernhard Müller durch Monique Schlegel

MR-Preis 2015 Scherenschnittübergabe

Scherenschnittübergabe an Bernhard Müller durch Monique Schlegel

MR-Preis 2015 Scherenschnitt übergabe

MR-Preis 2015 Loten Namling

Loten Namling singt für Tibet

MR-Preis 2015 Loten Namling und Band

Loten Namling und Band

MR-Preis 2015 Laudator Dawa Tsultrim

Die Laudatio für Loten Namling hielt: Dawa Tsultrim, Human Rights Officer des Tibet Bureau, UNO Genf

Übergabe der Urkunde an Loten Namling durch Monique Schlegel

Übergabe der Urkunde an Loten Namling durch Monique Schlegel

MR-Preis 2015 Bildübergabe Das Licht wird die Dunkelheit besiegen

MR-Preis 2015 Bildübergabe mit der Botschaft: Das Licht wird die Dunkelheit besiegen

              MR-Preis Loten Namling

MR-Preisträger Bernhard Müller und Loten Namling

Die Preisträger 2015 Bernhard Müller und Loten Namling

Schlusswort

Der Vorstand, das Präsidium und die Geschäftsführung der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte, Sektion Schweiz bedanken sich herzlich für die gelungene Preisverleihung. Es ist eine wichtige Möglichkeit, Menschen zu ehren, welche die Wahrung der Menschenrechte zu ihrem Lebensmittelpunkt gemacht haben.

Wir danken allen Beteiligten, die zum Gelingen des Anlasses beigetragen haben, für ihr Engagement und ihr Herzblut.

Besonderen Dank möchten wir an die Laudatoren Herrn  Twerenbold  und Herrn Dawa richten, die durch ihren Beitrag einen Grossteil des Anlasses mitgestaltet haben.

Ebenso möchten wir uns bei den Musikern von Porok-Karpo bedanken sowie bei den Künstlerinnen Esther Gerber und Eveline Stauffer.

Dem Restaurant Hotel Burgäschisee und Eveline Stauffer danken wir für ihr Sponsoring von Preisen.

Herzlichen Dank!!

Während unser Tätigkeit für die Menschenrechte sind immer wieder sehr interessierte und grosszügige Personen auf uns zugekommen, die sich für die Menschen und ihre Belange engagieren wollten und haben. Wenn Ihnen dieses Engagement ebenfalls am Herzen liegt, lassen Sie uns dies wissen. Wir informieren Sie gerne über unsere Arbeit und freuen uns Sie als neues Mitglied der IGFM, CH begrüssen zu dürfen. Dadurch können Sie wertvolle und wichtige Menschenrechtsarbeit unserer Organisation persönlich und/oder finanziell unterstützen.

Warum nicht auch einmal vielen Menschen auf dieser Welt ein Geschenk zu Weihnachten machen – mit einer Spende!?

Ich wünsche Ihnen zu einem späteren Zeitpunkt eine gute Heimreise und eine besinnliche Adventszeit.

Quelle: IGFM

13. Dezember 2015

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